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DIEUDONNÉ COSTES UND MAURICE BELLONTE

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Die Longines-Borduhr zeigt die Sternzeit auf einem 24 Stunden-Zifferblatt an und verfügt über eine Gangreserve von 8 Tagen. Der Doppeldecker von Costes und Bellonte, die Breguet 19 TF «Point d’interrogation» (Fragezeichen), war mit zwei dieser Borduhren ausgestattet. Maurice Bellonte behielt beide bis zu seinem Tod.
Breguet 19 TF «Point d’interrogation»
1929
Gemeinsam mit Maurice Bellonte (1896–1984) startete Dieudonné Costes am 27. September in Paris, um den Langstrecken-Weltrekord zu brechen. Nach 7905 Kilometern ohne Zwischenhalt landeten die beiden Franzosen am 29. September 1929 auf einem Feld in der Mandschurei (Qiqihar, China). Im darauffolgenden Jahr gelang es Costes und Bellonte erstmals, die Lindbergh-Route in entgegengesetzter Richtung zu fliegen, also von Paris nach New York. Aufgrund des Gegenwinds war diese Strecke viel schwieriger zu bewältigen. Doch nach 37 Stunden und 18 Minuten in der Luft, während Tag und Nacht, konnten sie ihren Doppeldecker mit dem Namen «Point d’interrogation» (Fragezeichen) in New York landen.
Bei ihrem Fluggerät handelte es sich um eine Breguet 19 TF, die mit zwei Longines-Borduhren ausgestattet war. Maurice Bellonte hatte diese Uhren vor dem Rekordflug in Saint-Imier geordert. Longines stellte diese Uhren speziell für die astronomische Navigation her: Sie zeigten nicht die Ortszeit an, sondern die Sternzeit. Ein Sterntag dauert bloss 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden, weil die Rotation der Erde in Bezug zu den Sternen etwas weniger lang dauert als in Bezug zur Sonne. Die Sternzeit vereinfacht die Berechnung der geographischen Position. Die Longines-Uhren hatten überdies eine Gangreserve von 8 Tagen und ihre Zifferblätter waren nicht wie üblich für 12 Stunden, sondern für 24 Stunden kalibriert.
Dieudonné Costes (rechts) und Maurice Bellonte am 27. September 1929 vor ihrem Abflug von Paris nach Qiqihar (China). Mit dieser Reise stellten sie einen neuen Weltrekord in Distanz auf (7905 Kilometer).
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